---
title: "Alternative Unternehmensarchitekturen bewerten: die EVM"
description: "Wie bewertet man alternative Unternehmensarchitekturen? Mit machbaren Varianten, Zukunftsszenarien und zehn Kriterien: die Enterprise Variation Method."
canonical: "https://simo-online.com/wissen/enterprise-variation-method"
---

# Alternative Unternehmensarchitekturen bewerten: die EVM

Wie bewertet man alternative Unternehmensarchitekturen? Mit machbaren Varianten, Zukunftsszenarien und zehn Kriterien: die Enterprise Variation Method.

Dargestellte Fassung: https://simo-online.com/wissen/enterprise-variation-method

## Wie bewertet man alternative Unternehmens­architekturen?

Alternative Unternehmensarchitekturen bewertet man, indem man nicht eine Lösung entwirft, sondern mehrere machbare Varianten bildet und alle an denselben Kriterien misst. Die Enterprise Variation Method (EVM) der SIMO GmbH beschreibt dafür acht Schritte von der Baseline bis zur Messung der Wirkung. Jede Variante wird unter Zukunftsszenarien durchgespielt und nach zehn Kriterien von Business Value bis Operational Complexity bewertet. Am Ende steht eine begründete Managemententscheidung, keine Herstellerempfehlung.

- Mehrere machbare Varianten statt einer vorschnellen Zielarchitektur.
- Acht Schritte von Baseline bis Measure.
- Zehn Kriterien, gewichtet nach den Prioritäten der Geschäftsführung.
- Ergebnis ist eine dokumentierte Entscheidung, die Sie vor Gremien vertreten können.

### Eine Lösung ist noch keine Entscheidung.

Viele Architekturentscheidungen fallen, bevor die Alternativen überhaupt beschrieben sind. Ein Anbieter legt ein Zielbild vor, ein Projekt übernimmt es, und die Frage nach anderen Wegen stellt niemand mehr. Was fehlt, ist der Vergleich: Welche Varianten sind machbar, was kosten sie über die Laufzeit, welche Risiken tragen sie und wie schnell wirken sie? Ohne diesen Vergleich entscheidet die Geschäftsführung über eine Lösung, nicht zwischen Lösungen.

- Die Enterprise Variation Method setzt genau hier an. Sie betrachtet alternative Geschäfts-, Prozess-, Daten-, Applikations-, Technologie-, KI- und Governance-Modelle und bewertet sie anhand Ihrer Kriterien. Das Ergebnis ist keine Herstellerempfehlung, sondern eine begründete Managemententscheidung.

### Acht Schritte von der Baseline zur Wirkung.

Die EVM ordnet die Bewertung in acht Schritte. Zuerst wird der Ausgangspunkt dokumentiert und die Entscheidung in ihre Bausteine zerlegt. Dann entstehen Varianten, die unter Zukunftsszenarien durchgespielt und bewertet werden. Nach der Entscheidung folgen Umsetzung und Messung. Im Business Data Transformation Framework sitzt die Methode zwischen Define und Architect: Vary, Simulate und Decide bilden dort den Entscheidungskern.

Die acht Schritte der EVM

#### Ausgangspunkt dokumentieren

Der Ist-Zustand von Geschäft, Daten und Technik, etwa aus BISA oder BEIA.

#### Entscheidung zerlegen

Geschäft, Prozesse, Daten, Anwendungen, Technologie, KI und Governance getrennt betrachten.

#### Varianten bilden

Je Baustein mehrere machbare Modelle, nicht nur das naheliegende.

#### Szenarien durchspielen

Jede Variante unter mehreren Annahmen über die Zukunft prüfen.

#### Bewerten

Alle Varianten an denselben zehn Kriterien messen, gewichtet nach Ihren Prioritäten.

#### Entscheiden

Die Geschäftsführung wählt, Begründung und verworfene Varianten bleiben dokumentiert.

#### Umsetzen

Die gewählte Variante wird zur Zielarchitektur mit Roadmap.

#### Wirkung messen

Die Zielgrößen aus der Bewertung werden zum Maßstab der Umsetzung.

### Zehn Kriterien, gewichtet nach Ihren Prioritäten.

Bewertet wird jede Variante an denselben zehn Kriterien. Welches Gewicht ein Kriterium bekommt, legt die Geschäftsführung fest, bevor die erste Variante auf dem Tisch liegt. So bleibt die Bewertung nachvollziehbar und unabhängig von dem, was ein Anbieter gerade empfiehlt. Wo Daten fehlen, wird das offen benannt, statt eine Genauigkeit zu behaupten, die es nicht gibt.

#### Wirkung und Wirtschaftlichkeit

##### Business Value

Welchen messbaren Nutzen stiftet die Variante für das Geschäft?

##### Strategic Fit

Wie gut passt sie zur Unternehmensstrategie und zur Business Vision?

##### Time-to-Value

Wann wird der Nutzen spürbar?

##### TCO

Was kostet sie über die gesamte Laufzeit, einschließlich Betrieb und Ausstieg?

##### Operational Complexity

Wie viel Aufwand bringt sie in den täglichen Betrieb?

#### Machbarkeit und Risiko

##### Feasibility

Ist sie mit den vorhandenen Mitteln, Menschen und Partnern umsetzbar?

##### Data Readiness

Sind die nötigen Daten vorhanden, verlässlich und verantwortet?

##### AI Readiness

Sind Daten, Technik und Regeln bereit für den geplanten KI-Einsatz?

##### Risk

Welche Risiken entstehen, und wie lassen sie sich begrenzen?

##### Compliance

Erfüllt sie die regulatorischen und vertraglichen Anforderungen?

### Wie viele Varianten werden in der EVM bewertet?

So viele, wie machbar und wirklich verschieden sind. Eine Variante, die sich nur im Anbieter unterscheidet, zählt nicht als eigene Variante. Welche Varianten in die Bewertung gehen, legen wir mit der Geschäftsführung fest.

### Ersetzt die EVM eine Ausschreibung?

Nein, sie geht ihr voraus. Wer vor der Ausschreibung weiß, welche Variante er will und warum, schreibt kürzer aus und erhält vergleichbare Angebote. Die Kriterien der EVM lassen sich für den Vergleich der Angebote weiterverwenden.

### Wie hängt die EVM mit der BEIA zusammen?

Die BEIA liefert mit Current State Architecture, Risk Register und Gap Analysis die Baseline, auf der die EVM aufsetzt. Wer vor einer großen Entscheidung steht, geht deshalb häufig den Weg BEIA, dann EVM, dann Zielarchitektur.

SIMO GmbH: Enterprise Variation Method und Business Data Transformation Framework, Methodenbeschreibung, 2026

The Open Group: TOGAF Standard, 10. Ausgabe, 2022

ISO/IEC/IEEE 42010:2022, Software, systems and enterprise: Architecture description
